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Kritiken zu Deadline
Christoph Hein: "Das überraschendste Leseerlebnis des Jahres. Ein ganz neuer Ton, eine völlig neue Schreibart; ich könnte nichts Vergleichbares nennen." Matthias Penzel, Rolling Stone (11/08): spalanzani, Vigilien: FAZ: edmond, Goncourt's Blog: micro_robert, elektrosmog: Nicole Schmidt, literaturkritik.de: Ein Interview mit Malte Welding vom Weblog Spreeblick. |
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Es treten auf: die dicke Übersetzerin, der Steinmetz, die Arbeiterin aus der Modelleisenbahnfabrik. Eine Schwester, zwei Neffen, ein Schwager. Ein taubstummer Totengräber und einer, der reden kann. Deadline ist ein Roman über alles. Über Walfische, übers Zuspätkommen, über Hoch- und Tiefbau. Über Ursache, Verlauf und Ergebnis einer Saponifikation. Über den Stand der transatlantischen Beziehungen. Über Donuts, über Suchmaschinen und über die Liebe (naja, am Rande). Orte: eine Großstadt in Neuengland, ein Flughafen, eine Steilküste, ein berühmtes Gemälde. Die Schwäbische Alb, ein Kinderzimmer, verschiedene Dorfrandsiedlungen aus verschiedenen Jahrzehnten. Ein Grab und noch ein Grab. Eine Werkstatt, eine steil ansteigende Straße. Oder abfallende, je nachdem. Monika Rinck über Deadline: "Existenz ist als Seinsart in sich Endlichkeit", heißt es bei Heidegger, bei Heiner Müller, so knapp und knorrig wie möglich: "Zeit ist Frist". Diese Frist wird nun wiederum durchquert von anderen Fristen, von so genannten deadlines. Seien es Abflugzeiten, Abgabetermine oder Bewerbungsschlüsse. Der moderne Mensch, oder nennen wir ihn, der scheinselbstständige Freelancer, arbeitet auf diese Fristen hin, und werden sie verfehlt, warten sicherlich schon die nächsten auf eine neue Anstrengung, sie zu meistern. Anfrage und Lieferung des Gewünschten kommen rund um die Uhr per Email, alles findet gleichzeitig statt und in der Onlineredaktion hat der Redaktionsschluss längst abgedankt. Eine einzige Frist allerdings wird niemand verfehlen - und das ist die letzte. Übrig bleibt ein Körper - und seine Verwesung dürfte nach wie vor ein analoges Phänomen sein, selbst wenn die Liegezeiten auf deutschen Friedhöfen befristet sind. |
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